P2B-Verordnung – Was ist das?

EU Platform-to-Business Verordnung, kurz P2B Verordnung – Schon wieder eine neue EU-Verordnung

Die Verordnung ist ein gutes und wichtiges Zeichen für Plattform-Händler und stärkt ihre Rechte. Es geht um Transparenz und Fairness auf den Marktplätzen, was in der idealen Welt den Wettbewerb & die Rechtssicherheit fördert.

Die EU möchte damit der Abhängigkeit von den Plattformen entgegenwirken bzw. einen Ausgleich schaffen.

Gesetzestext: P2B-Verordnung

Onlinehandel bedeutet inzwischen zumeist Multi-Chanel-Handel und die Nutzung von Marktplätzen wie Amazon, eBay, Real, Rakuten, Groupon etc. um die eigene Reichweite zu erhöhen und dem Umsatz zu steigern, gehören zum Tagesgeschäft. Marktplätze sind eine Chance für kleine und mittelständische Unternehmen und gleichzeitig eine Herausforderung. Wer sich auf einen Marktplatz begibt, muss nach seinen Regeln spielen und genau die sind oft undurchschaubar. Fragen wie diese sind vermutlich schon jedem Händler begegnet:

  • Wie genau wird mein Artikel im Ranking platziert?
  • Wie gehe ich mit kurzfristigen Änderungen um?
  • Was mache ich, wenn meine Handelsaktivitäten eingeschränkt werden?
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Gründe für eine Mediation

Folgende Vorfälle können ein Grund für eine Mediation sein:

  • Fall eröffnen / Käuferschutzfall
  • Accountsperrung, Kontensperre, Kontosperrung
  • Account Take Over / Accountübernahme/ Account gehackt
  • Artikellöschung / Löschung von Artikeln
  • Verkaufsberechtigung / Einschränkung
  • Verstoß gegen AGB, Datenschutz, Richtlinien
  • VeRI-Programm / VeRi / VeRo / Markenrechtsverstoß
  • Plattform zahlt Guthaben nicht aus
  • Regelverstöße durch andere Verkäufer geltend machen
  • Verkäuferstandards / Seller Performance
  • Retourenregelung

Bitte berücksichtigen Sie, dass Amazon nur den im Seller Central benannten Mediator akzeptiert.

Wenn Sie bereits das Beschwerdeverfahren der Plattform / Marktplatz durchlaufen haben und keine Einigung finden konnten, ist die Mediation nach neuem EU-Recht eine Möglichkeit eine schnelle Lösung zu finden.

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Für welche Plattformen gilt die P2B-Verordnung?

Für alle gängigen Marktplätze, Suchmaschinen, Social Media-Kanäle, Preisvergleichs-Portale und App-Stores, die Dienstleistungen für Unternehmen mit Sitz in der EU erbringen und Waren oder Dienstleistungen für Verbraucher mit Sitz in der EU anbieten.

 

Voraussetzung einer Mediation

Es gibt im Prozess des BVOH drei Voraussetzungen für den Beginn einer Mediation:

  1. Der Händler hat auf der Plattform das Beschwerdemanagement durchlaufen
  2. Der Händler hat auf den BVOH Mediationsantrag online ausgefüllt und den Mediationsbeitrag bezahlt
  3. Die Plattform akzeptiert das Mediationsverfahren, nachdem der BVOH diesen geprüft und an die Plattform weitergeleitet hat.
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Historie der Entstehung der EU P2B-Verordnung

Bereits im Januar 2016 wurde unser BVOH-Präsident Oliver Prothmann als erster Vertreter der mittelständischen Onlinehändler nach Brüssel eingeladen, um mit der Abteilung DG GROW der EU-Kommission über die Besonderheiten der Beziehung zwischen Handelsplattformen und Händlern zu sprechen. Damit war der BVOH von Beginn an bei der Ausarbeitung einer Verordnung zur Regelung der Beziehung zwischen Plattformen und Händlern tatkräftig involviert.

Im November 2016 folgte dann der große Kick-Off Workshop “BUSINESS-TO-BUSINESS RELATIONSHIPS IN THE ONLINE PLATFORMS ENVIRONMENT / ONLINE PLATFORMS–ENABLERS OR GATEKEEPERS? Legal aspects and clarity of terms and conditions of online platforms” an dem drei Mitarbeiter des BVOH sowie Mitglieder des BVOH teilnahmen und mit der EU-Kommission die wesentlichen Herausforderungen zwischen Marktplatz und Händler herausarbeiteten.

2017 und 2018 folgten weitere Workshop zu denen der BVOH ebenfalls Händler entsandte. Daran kann man erkennen, wie lange und ausdauernd an einem Thema gearbeitet wird, bis dann 2019 eine Verordnung verabschiedet wurde, die in den meisten Punkten mit den Forderungen des BVOH übereinstimmt.

 

Was dürfen wir von der P2B-Verordnung erwarten?

  • Plattformen müssen in ihren AGB über ihr internes Beschwerdemanagementsystem informieren und spezialisierte Mediatoren angeben, mit denen sie im Streitfall bereit sind, zusammen zu arbeiten.
  • Das Ranking bestimmender Hauptparameter und die Gründe für die relative Gewichtung der Parameter müssen in transparenter Weise dargelegt werden (welche Parameter sind die Wichtigsten und wie kann der Nutzer das Ranking beeinflussen).
  • Das Verfahren zur Änderung der AGB soll ebenfalls transparent dargestellt werden, insbesondere die zu beachtenden Fristen.
  • Es muss in den AGB ersichtlich sein, wann für den Nutzer die Bereitstellung der Dienste ausgesetzt, beendet oder eingeschränkt werden. Ein Verkäuferkonto soll nur dann eingeschränkt werden können, wenn der Händler die Sperrung klar anhand der AGB nachvollziehen kann. Es bedarf (anders als wir es jetzt oft erleben) einer Begründung bei Maßnahmen, die gegen einen Kunden eingeleitet werden und der Nutzer kann ein Beschwerdeverfahren einleiten.
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Unser Fazit

Die Platform to Business Verordnung ist ein neues, wertvolles Hilfsmittel für alle Onlinehändler, wenn es mit den Plattformen mal weniger reibungslos und unkompliziert klappt.

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