Top bar
BVOH on facebookBVOH on linkedinBVOH on X
#WIRLIEBENONLINEHANDEL
Mitglied werden!
Foto von Christian Lue auf Unsplash

EU zerstört den Binnenmarkt: Neue PPWR trifft kleine Onlinehändler mit voller Wucht

27 Länder. 27 Bevollmächtigte. Ein Binnenmarkt?

Seit dem 12. August gilt die neue EU-Verpackungsverordnung PPWR. Ihr Ziel ist richtig: weniger Verpackungsmüll und mehr Herstellerverantwortung. Doch bei der Umsetzung produziert Europa aus Sicht des BVOH ein Bürokratiemonster.

Wer als europäischer Onlinehändler grenzüberschreitend verkauft, kann verpflichtet sein, in jedem Zielstaat einen eigenen EPR-Bevollmächtigten zu bestellen.

Das bedeutet im Extremfall: 27 Märkte – 27 Bevollmächtigte – 27-mal Bürokratie.

Für Amazon, Temu & Co. mögen solche Fixkosten verkraftbar sein. Für einen mittelständischen Händler, der vielleicht nur wenige Pakete pro Jahr nach Spanien, Belgien oder Österreich verschickt, können sie darüber entscheiden, ob sich der Verkauf überhaupt noch lohnt.

Damit passiert genau das Gegenteil dessen, was der europäische Binnenmarkt verspricht:

Grenzen werden administrativ wieder aufgebaut.

Die Konsequenz ist absehbar:

❌ Kleine Händler ziehen sich aus EU-Märkten zurück.
❌ Große Konzerne können die Fixkosten leichter schlucken.
❌ Verbraucher verlieren Auswahl.
❌ Europas Mittelstand verliert Marktchancen.

Besonders absurd: Die EU-Kommission hat das Problem selbst erkannt und eine Aussetzung der Regelung für EU-Unternehmen vorgeschlagen. Eine politische Lösung steht bislang jedoch aus, da einige Mitgliedsländer gegen eine Aussetzung waren. Bis zuletzt hatten wir Hoffnung, dass die EU es stoppt. Hoffentlich gibt es schnell ein Einlenken.

Der BVOH fordert:

  1. Nationale Bevollmächtigtenpflicht sofort aussetzen
  2. Keine zwingenden nationalen Bevollmächtigten für EU-Unternehmen
  3. Wenn Vertreter notwendig, dann ein Mandat für den gesamten Binnenmarkt
  4. Ein echter EU-EPR-One-Stop-Shop – nach dem Vorbild des Umsatzsteuer-OSS

Ein Binnenmarkt muss auch administrativ EIN Markt sein.

Unser Positionspapier ist hier zu lesen