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BVOH kritisiert neue DHL-Zuschläge: „Doppelte Belastung für Händler und Verbraucher“

Der Bundesverband Onlinehandel e.V. (BVOH) kritisiert die angekündigte Erweiterung des Energiezuschlags der DHL massiv. Aus Sicht des Verbandes handelt es sich faktisch um eine kaum kalkulierbare doppelte Preiserhöhung – zulasten kleiner und mittlerer Onlinehändler – und am Ende auch der Verbraucher.

Bereits heute erhebt DHL einen Energiezuschlag in Höhe von 1,25 Prozent. Dieser soll nun auf 3,25 Prozent steigen. Darüber hinaus jedoch führt DHL ab Juni 2026 eine weitere kurzfristige Zuschlagskomponente von bis zu weiteren 3 Prozent ein, die alle zehn Tage angepasst werden kann – abhängig vom Ölpreis. Die Dieselpreise sind durch den Iran-Krieg um ca. 35-40% gestiegen. Die Zuschläge der DHL steigen so 9-10-mal stärker als die Dieselpreise!

Die DHL möchte wohl an dieser Stelle künftig doppelt kassieren“, erklärt Heidi Kneller-Gronen, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands Onlinehandel e.V.
„Zunächst wird der bestehende Energiezuschlag massiv erhöht. Gleichzeitig schafft sich DHL einen zusätzlichen, kurzfristig anpassbaren Krisenzuschlag. Für Händler bedeutet das vollkommen unkalkulierbare Versandkosten.“

Besonders kritisch sieht der Verband die Auswirkungen auf kleine und mittlere Unternehmen im E-Commerce. Während große Konzerne Preissteigerungen leichter abfedern könnten, seien KMU häufig nicht in der Lage, ihre Preise in derselben Geschwindigkeit anzupassen. Nahezu alle KMU-Händler verkaufen über Plattformen und Marktplätze. Wer seine Preise kurzfristig erhöht, riskiert schlechtere Rankings, Sichtbarkeitsverluste oder Wettbewerbsnachteile. Die Unternehmen sitzen damit faktisch in der Kostenfalle.

Der BVOH bezweifelt zudem die sachliche Rechtfertigung der Zuschläge. DHL selbst verweist auf massive Investitionen in Elektromobilität, Bahntransporte und CO₂-freie Zustellung innerhalb Deutschlands. Wenn DHL betont, dass große Teile der Zustellung bereits elektrisch oder per Bahn erfolgen, stellt sich die Frage, warum der Rohölpreis plötzlich als Maßstab für immer neue Zuschläge dienen soll.

Hinzu kommt, dass die Bundesregierung wegen der Auswirkungen der Iran-Krise aktuell einen Tankrabatt von rund 17 Cent pro Liter eingeführt hat, um Verbraucher und Wirtschaft zu entlasten. Dennoch werden die gestiegenen Belastungen nun auf Händler und Verbraucher abgewälzt.

Der BVOH warnt davor, dass die erneuten Versandkostensteigerungen die ohnehin angespannte Lage im Onlinehandel weiter verschärfen.

„Besonders irritierend ist, dass ausgerechnet ein staatsnaher Konzern wie DHL, an dem der Staat über die KfW maßgeblich beteiligt ist, sich immer neue Möglichkeiten zur kurzfristigen Preiserhöhung schafft, während mittelständische Händler unter massivem Kostendruck stehen. Das sendet ein fatales Signal an die Händler“, so Kneller-Gronen. „Der KMU-geführte Onlinehandel in Deutschland gerät immer stärker unter Druck, während gleichzeitig täglich unzählige Pakete aus Asien nach Deutschland geflogen werden – transportiert hierzulande vor allem von der DHL. Gerade kleinere Unternehmen stehen längst mit dem Rücken zur Wand und viele geben bereits heute auf. Der Mittelstand braucht jetzt Hilfe – keine zusätzlichen unangemessenen Belastungen.“

Quelle: https://www.dhl.de/de/geschaeftskunden/paket/leistungen-und-services/energiezuschlag.html